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Zu Beginn meines Weges in ein (möglichst) plastikfreies Leben stand ich oft vor der Herausforderung, dass es gefühlt ALLES in Plastik gab und ich umständlich nach Alternativen suchte. Aus dieser Suche habe ich für dich hier einige Tipps zusammengestellt, welche Sachen sich am einfachsten ersetzen lassen.

Grundsätzliches

Versuche nicht von heute auf morgen von 0 auf 100% alles zu ändern. Das ist stressig, zeit- und kostenintensiv. Über Jahre haben sich unsere Gewohnheiten gefestigt, daher gelingt eine komplette Umstellung vom einen auf den anderen Tag nur selten. Auch mit kleinen Schritten kommst du ans Ziel. Wichtig ist, dass du beginnst und den Weg gehst.

Ersetze Kaputtes

Bei der alten Tupper fehlt seit einem Jahr der Deckel, die Plastiktrinkflasche deines Kindes läuft aus und bei der Gießkanne ist ein Stück abgebrochen? Das sind alles super Gelegenheiten, sich nach einem nachhaltigen Ersatz umzuschauen.

Dinge, die du nutzt, aber die nicht mehr so richtig gut sind, lassen sich einfach ersetzen. Vielleicht fällt dir auf Anhieb nichts ein? Dann kannst du mal Raum für Raum deine Schränke und Schubladen durchgehen und nachschauen, ob du kaputte Sachen entdeckst, für die du plastikfreie Alternativen möchtest.

Entsorge Ungenutztes

Dinge, die du nicht mehr nutzt, die aber noch gut und zu schade zum Wegwerfen sind, kannst du verkaufen oder verschenken. Setze dir ein Zeitlimit, bis wann du sie weg haben möchtest. Wenn niemand die Sachen will, dann entsorge sie.

Konkrete Beispiele

In der Küche:

  • Schüsseln aus Plastik/Tupper: ersetzbar durch Schüsseln aus Glas oder Edelstahl, oder auch aus Holz oder Porzellan (z.B. für Salat, Obst).
  • Plastiktrinkflaschen lassen sich gut durch Flaschen aus Glas (kaufen oder benutzte Einwegflaschen umfunktionieren) oder Edelstahl (leichteres Gewicht, stabiler) ersetzen.
  • Backpapier heißt zwar Papier, ist aber meist mit einer dünnen Silikonschicht versehen, damit nichts anhängt. Anstatt Backpapier kannst du ganz einfach wie früher das Blech oder die Backform einfetten (dann lohnt sich auch die Antihaftbeschichtung, die da meistens drauf ist). Bei Backformen kann es helfen, zusätzlich das Fett mit etwas Mehl, gemahlenen Nüssen oder Gries zu bestreuen. Silikonmatten kann man zwar häufiger verwenden, enthalten aber eben Silikone (ein Kunststoff, der selten wiederverwertet wird und daher dann letztendlich im Restmüll landet) und oft Weichmacher, die ins Backgut übergehen können.
  • Alufolie/Klarsichtfolie für Transport und Aufbewahrung: es gibt tolle gewachste Tücher (vegan oder mit Bienenwachs), die sich dafür gut eignen. Diese Wachstücher gibt es auch in Beutelform. Eine weitere Alternative sind Mehrwegverpackungen aus Edelstahl oder Glas.
  • Es gibt wunderschöne Spülbürsten aus Holz, die oft auch einen Wechselkopf haben.

Zum Einfrieren/zum Aufbewahren:

  • Schraubgläser in unterschiedlichen Größen. Du kannst das Glas mit einem geeigneten Stift beschriften, falls es dir nicht ausreicht von außen zu sehen, was drin ist. Achte darauf, dass der Inhalt abgekühlt ist bevor du es in die Gefriere packst, und dass genug Luft im Glas ist, da sich Gefrorenes ausdehnt und mehr Platz braucht.
  • Verwende Wachsbeutel! Brot lässt sich darin zum Beispiel super einfrieren. Da so ein Beutel im warmen Zustand weich und flexibel ist, kannst du ihn fast verwenden wie Plastik-Gefrierbeutel oder Zip-Beutel.

Im Bad/Hygiene:

  • Plastikzahnbürste ersetzen durch Bambuszahnbürste.
  • Einwegrasierer: Schöner und nachhaltiger sind klassische Rasierer. Diese findest du auch unter dem Begriff Rasierhobel.
  • Alternativen zur Zahnpastatube: Zahnpasta im Glas, Zahnputztabletten oder Zahnputzpulver.
  • Flüssige Seife im Pumpspender: ersetzen durch feste Seife.
  • Monatsprodukte (Tampons, Binden): nachhaltiger und von vielen Anwendern als „besser verträglich“ beschrieben sind Menstruationstassen. Ganz Wagemutige oder Frauen mit weniger starken Blutungen können die freie Menstruation ausprobieren, mit Stoffbinden/-einlagen als Sicherheit.

Sonstiges:

  • Plastiktüten zum Einkaufen: Stofftaschen, Rucksack, wiederverwendbare Beutel für Obst und Gemüse.
  • Geschirrtücher/Mullwindeln statt Einweg-Küchentüchern.
  • Anstelle von Wegwerfwindeln: Stoffwindeln, evtl. in Kombination mit Windelfrei.
  • Mülleimer: die meisten Mülleimer haben einen Plastikeimer, den man herausnehmen kann. Die gern verwendete zusätzliche Plastiktüte kann man sich oft sparen und den Müll direkt aus dem Eimer in die große Tonne entleeren. Bei Bedarf kannst du danach den kleinen Eimer auswaschen. Wenn du ein (altes) Stück Papier (Recyclingpapier/Klopapier) unten rein legst, lässt sich der Mülleimer einfacher leeren. Dann rutscht es nämlich leichter raus und es klebt unten nicht so, wenn man mal etwas Feuchtes (z.B. nasse Haare) rein geschmissen hat. 

 

Welche Ideen oder Tipps hast du noch? Schreib es gerne in den Kommentar oder schicke es mir persönlich (dann kann ich es ergänzen). So können wir gemeinsam ganz vielen Menschen Input und weitere Tipps geben, die ich hier jetzt vielleicht vergessen habe. 😀