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Konkrete Vorsätze hatte ich keine für dieses Jahr. Ich wollte ein bißchen mehr Sport machen und mehr Zeit mit der Familie verbringen. Zudem die Themen Nachhaltigkeit und Plastikfrei weiter in unseren Alltag integrieren und nach außen tragen.  Dass und wie ich dies in diesem Jahr trotz oder vielleicht gerade wegen Corona umgesetzt habe, darum geht es in meinem persönlichen Jahresrückblick 2020.

Yesterday und Tomorrow: Webseiten und Bankwechsel

Bei manchen Dingen brauche ich Zeit, um sie umzusetzen. So ging es mir zum Beispiel mit meinen zwei Webseiten. Die Seite windelfrei-hamburg.de wollte ich schon länger zu einem anderen Hoster umziehen und die Seite ingridholscher.com wollte ich verschönern und mit Inhalten füllen. Bereits im Frühjahr 2019 habe ich ingridholscher.com online gestellt, dann aber erstmal gar nichts mehr gemacht. Ich fühlte mich überfordert davon, zwei Webseiten zu bedienen und fand laufend Ausreden. So verstrich über ein Jahr. Der Fachbegriff dafür lautet Aufschieberitis oder Prokrastination.

So sah der Header von meiner Webseite aus bevor ich sie neu aufgesetzt habe.

Aber das war gestern! 2020 habe ich es nun endlich geschafft, zuerst mit Hilfe von Bettina Herzog den Hoster zu wechseln, und dann dank Judith Sympatexter Peters meine Webseite mit Bildern, Unterseiten und ein paar Blogartikeln zu füllen. Vielen Dank auch an die Teilnehmer und besonders meinen Buddy aus der Sympatexter Academy: Petra Büeler von petramachts.ch, mit der ich mich wöchentlich ausgetauscht habe und die mich zum Dranbleiben motiviert hat.

Auf meiner Webseite geht es um nachhaltige Themen, auch in vielen kleinen Bereichen. Das war mit ein Grund für mich, mit meinem Konto zu einer nachhaltigen Bank zu wechseln. Ich schwankte zwischen der GLS und der Tomorrow Bank. Schließlich habe ich mich für die Tomorrow entschieden, da sie mir sympathischer erschien und es ein Büro in Laufweite gibt, das ich besuchte und einen Mitarbeiter mit Fragen löcherte. Wenn du noch auf der Suche nach einer neuen Bank bist, bei der dein Geld ausschließlich nachhaltige Projekte fördert, so kann ich dir die Tomorrow empfehlen.

 

Das Artgerecht Projekt und ich: Referentenausbildung und Coachausbildung

Die Leitung des Artgerecht Projektes hatte die Idee, dass zwei meiner Artgerecht Kolleginnen und ich (als Regionalleitung des Artgerecht Projektes und langjährige Windelfrei-Coachin), zukünftig bei der Ausbildung von Windelfrei-Coaches helfen dürfen und sollen. Damit ich dafür auch gut gerüstet bin, absolvierte ich im Februar die Referentenausbildung des Artgerecht Projektes in Köln. Eine der wenigen Ausbildungen, die noch regulär stattfanden. Am 11. Februar trafen sich knapp 20 Frauen in der Jugendherberge Köln-Deutz, um von Nicola Schmidt in Theorie und mit Praxisübungen geschult zu werden. Wir erfuhren sehr viel über unterschiedliche Vorbereitungs- und Präsentationstechniken, Menschentypen, Atemtechniken und vieles mehr. Bei der Praxisübung „Spontaner Pro- und Contra-Vortrag zu einem vorgegebenen, davor unbekannten Stichwort“ erhielt ich lustigerweise das Stichwort „Vegan“ und war beim Contra-Part so überzeugend, dass die Meisten hinterher kaum glaubten, dass ich mich tatsächlich rein pflanzlich ernähre. 😀 Es waren zwei sehr schöne, interessante und lehrreiche Tage, in denen ich ein paar bekannte Gesichter wiedergetroffen und einige neue Artgerecht-Coaches kennengelernt habe.

 

Ab ins kalte Wasser

Nach erfolgreicher Teilnahme an der Referentenausbildung durfte ich Anfang Juni drei Tage lang neue Windelfrei-Coaches mit ausbilden. Aufgrund der Hygienevorschriften und Teilnehmerzahlbeschränkungen mussten wir die Gruppe am ersten Tag splitten und so „durfte“ ich gleich einen Teil der Gruppe zur Ausbildung übernehmen – ohne Ausbilder-Absicherung. Die nächsten beiden Tage hatten wir Glück mit dem Wetter und konnten die Ausbildung im Garten fortsetzen. So hatte ich wie ursprünglich geplant einen erfahrenen Ausbilder im Hintergrund. Durch den Wurf ins kalte Wasser am ersten Tag war meine Komfortzone deutlich überschritten, aber die positiven Rückmeldungen machten das wieder wett. Ich glaube, ich traue mir selber weniger zu als andere und daher war es ganz gut, dass ich hier unvorbereitet so gefordert war. Wie es mit meiner Ausbildung nun weitergeht ist allerdings noch unklar, da viele Fort- und Ausbildungen des Artgerecht Projektes wegen der Corona-Auflagen storniert werden mussten und nur teilweise auf ein online-Format umgestellt werden konnten.

 

Corona, Lockdowns und die Auswirkungen auf mein Leben

Wie wir uns zu Hause arrangierten

Coronaviren sind schon länger bekannt. Covid 19 indes ist neu und hat die Wissenschaft und Politiker vor neue Herausforderungen gestellt und zur Panik getrieben. Weil umgangssprachlich meist von Corona und nicht von Covid 19 die Rede ist, verwende ich in diesem Artikel das Wort Corona, wenn es um die damit verbundenen Maßnahmen geht.

Im März war es soweit: der erste Lockdown zur Eindämmung der Corona-Fallzahlen wurde ausgerufen und nicht nur Läden, sondern auch Schulen und Kindergärten wurden dicht gemacht. Triple-Home (Home-Office, Home-Schooling und Home-Kita) wurde zur Realität in vielen Haushalten. Auch wir standen von heute auf morgen vor der Herausforderung, in den eigenen vier Wänden unser Leben neu zu strukturieren und zu organisieren. Nur dadurch, dass wir Eltern uns mit allen Aufgaben und Arbeiten abgewechselt haben und die Klassenlehrerin u.a. ein Padlet (mit einer Art Stundenplan und den Lehrmaterialien) und Zoom-Termine für Online-Unterricht angeboten hat, haben wir diese Zeit einigermaßen gut überstanden. Zusätzlich durften beide Kinder abends lange aufbleiben, so dass sie am nächsten Tag auch länger schliefen. Diese „die Kinder-schlafen-noch-Zeit“ haben wir als kostbare Arbeitszeit in Ruhe genutzt. Einerseits waren wir froh, dass wir keine Lehrer sind und dass wir bisher nur ein Schulkind in der 2. Klasse haben, andererseits gab uns der Lockdown die Möglichkeit, unseren Kindern selber – angelehnt an ihren und unseren Rhythmus – und auf unsere Art und Weise etwas beizubringen. Okay, vermutlich hat unser Schulkind so nicht alles gelernt, was es in der Schule gelernt hätte, aber diesen Anspruch hatten wir gar nicht. Und ich gebe es zu: wir hatten auch richtige Scheißtage mit Streit, Rumschreien und Frust. Freunde treffen, Spielplatz, Wegfahren, Schwimmbad,…? Verboten, gesperrt, geschlossen! Doof! Zudem ging unser Medienkonsum deutlich in die Höhe. Jede Woche gab es mindestens einen Kinoabend vor dem Fernseher. Die ganze Situation war sowieso schon verwirrend für die Kinder und herausfordernd für alle, warum sollten wir dann zusätzlich Druck und Stress reinbringen? Insgesamt versuchten wir, das Beste aus der Situation zu machen und verbrachten viel gemeinsame Zeit, die wir auch mit praxisorientiertem Wissen füllten. Wann bekommt man sonst für solch eine lange Zeit die Chance, seinen Kindern wichtige Alltagsdinge zu zeigen? Oder Projekte wie unseren Kiezgarten (mehr dazu weiter unten) hautnah mitzugestalten, zu erleben und anhand dessen ganz nebenbei etwas zu Pflanzen, Insekten und Vögeln zu lernen?

Einschränkungen und Absagen

Ich finde, das Einkaufsverhalten und der Umgang mit anderen Menschen hat sich verändert. Hamsterkäufe, Schlange stehen vor Läden, Maske tragen, Kaffee und Essen nur to go, Aktivitäten wie Freibad rechtzeitig vorher online buchen, immer und überall Abstand halten, … das sind ein paar Neuerungen, die von außen vorgegeben wurden. Ich habe den Eindruck, dass dadurch viel Distanz entstand. Und damit meine ich nicht die räumliche, vorgeschriebene Distanz.

In meinem alltäglichen privaten Leben gab es gar nicht so viele Veränderungen, da ich kein großer Partygänger bin und auch wie bisher nach Bedarf in haushaltsüblichen Mengen einkaufte. Klopapier war dank der guten Infrastruktur an unserem Wohnort auch kein Problem. Und selbst wenn, so hätten wir einfach vermehrt die Popodusche verwendet. Gute, enge Freunde habe ich weiterhin getroffen oder regelmäßig mit ihnen telefoniert. Ebenso hatten die Kinder einen kleinen, konstanten Freundeskreis zum Verabreden. Wir versuchten viel Zeit in der Natur zu verbringen.

Ziemlich doof fand ich, dass drei geplante Events aufgrund des Lockdowns abgesagt werden mussten. Nummer eins: Ende März konnten wir nicht zur goldenen Hochzeit meiner Eltern fahren. Diese Feier konnten wir im Sommer glücklicherweise nachholen. Nummer zwei: der Besuch meiner Schwester aus Süddeutschland und einer Freundin aus Frankfurt über Ostern in Hamburg, inkl. Musical „König der Löwen“ wurde gecancelt. Nummer drei: unser Herbsturlaub nach München (Wiesn) und an den Chiemsee zum Segeln fiel komplett aus – wie das Oktoberfest. Den Schwester-Freundinnen-Termin in Hamburg haben wir provisorisch um ein Jahr verschoben, aber ob das im April 2021 tatsächlich stattfinden kann ist aktuell noch unklar.

Berufliche Auswirkungen, Teil 1: meine Festanstellung

Beruflich hatte das böse C bzw. die damit einhergehenden Einschränkungen und Auflagen mehrere Auswirkungen auf unser Leben. Unter anderem ist es seit März 2020 normal für meinen Arbeitgeber und mich, dass ich sehr viel im Homeoffice arbeite. Einerseits genieße ich die Flexibilität und dass ich keine Anfahrt habe, andererseits habe ich im Büro schnellere Verbindung zum Netzwerk, mehr Platz und ein paar (wenige) Kollegen um mich herum. Nachhaltiger finde ich die Homeoffice-Variante, bei der ich alle zwei Wochen für 1-3 Tage ins Büro gehe. Ich hoffe, dass ich auch nach Corona weiterhin die Möglichkeit bekomme, regelmäßig und häufig vom Home-Office aus arbeiten zu können.

Berufliche Auswirkungen, Teil 2: meine Nebentätigkeit

Auch bei meiner Nebentätigkeit als Windelfrei-Coach gab es Änderungen. Meine offenen Treffen und Kurse durfte ich nicht mehr vor Ort anbieten und habe diese daher auf online umgestellt. Anfangs war ich sehr skeptisch, ob und wie das funktionieren kann. Die Treffen dauern nur 1-1,5 Stunden und es findet ein guter Austausch statt. Aber wie sollte ich über meinen kleinen Bildschirm die Teilnehmer meines Kurses über 4 Stunden becircen? Mit Hilfe von Liane Emmersberger (u.a. Ausbilderin beim Artgerecht Projekt) konnte ich meinen Kurs und die dazugehörige Präsentation so umstrukturieren, dass ich viele schöne Feedbacks von den Teilnehmern erhielt, dass ich sie auch online gut abgeholt und in den Kurs integriert habe.

Kiez-Garten: ein grüner Nebeneffekt des ersten Lockdowns

Mein Mann und ich hatten schon vor 2 Jahren überlegt, wie wir die graubraune, staubige und häufig vermüllte Fläche vor unserem Haus schön und ansprechend gestalten könnten. Irgendwie fehlten uns dann aber konkrete Ideen, Zeit und Helfer. Im Laufe des ersten Lockdowns kamen wir mit mehreren Nachbarn darüber ins Gespräch. Einigen gefiel die Idee so gut, dass wir zusammen beschlossen, etwas zu tun. Wir starteten schließlich im April damit und lernten dadurch neue Leute aus den Nachbarhäusern kennen, die wir sonst im davor existierenden Stadt- und Touristenrummel vermutlich noch nicht mal als Anwohner realisiert hätten. Unsere Urban Gardening Fläche ist eigentlich eher ein Kiez-Garten und wurde ein wunderschönes Nachbarschaftsprojekt.

Urban Gardening = die meist kleinräumige, gärtnerische Nutzung städtischer Flächen 
innerhalb von Siedlungsgebieten oder in deren direktem Umfeld. 
Die nachhaltige Bewirtschaftung der gärtnerischen Kulturen, die umweltschonende 
Produktion und ein bewusster Konsum der landwirtschaftlichen Erzeugnisse stehen 
im Vordergrund. (Definition aus Wikipedia)
Kiezgarten = eine Art Mitmachgarten, der eine vorher unansehnliche Innenstadtfläche
in eine kleine grüne Oase für Insekten verwandelt und meist von den direkten 
Anwohnern bepflanzt und gepflegt wird. Wichtig sind robuste und regionale Pflanzen, 
die nicht vorrangig essbare Erzeugnisse produzieren, sondern das Stadtbild verschönern
und eine gute Nachbarschaft fördern sollen. (meine Definition)

Wir entwarfen und bauten gemeinsam ein Hochbeet und legten zwei weitere Beete auf einem kahlen, verdreckten und von der Stadt vernachlässigten Flecken an. Unser Fokus lag auf Bienen-/Insektenfreundlichen, stadttauglichen und regionalen Pflanzen, die größtenteils winterhart sein sollten. Wir pflanzten Büsche und Sträucher wie Flieder, Holunder, Mispel, Johannisbeere, Stachelbeere und wilden Wein sowie Blumenzwiebeln, Wildblumensamen und ein paar einjährige Pflanzen (Sonnenblumen und Tomaten). Als Anspielung auf das C-Wort dieses Jahres haben wir zudem eine Erdbeersorte mit Namen Korona eingepflanzt. Ungeplanterweise war unser Kiezgarten auch mal in der Bildzeitung, da ein Unbekannter heimlich eine Hanfpflanze dazwischen gesetzt hatte. In Hamburg sollte man vor der Bepflanzung für solche Baumscheiben eine Grünpatenschaft beantragen, was wir etwas verspätet auch getan haben. 😉 Ein Beamter kam vorbei, um die Flächen zu begutachten und uns das Okay dafür zu geben. Wir haben uns im Gegenzug dazu bereit erklärt, für diese Flächen zu sorgen. Netterweise hat der Besitzer des im Haus befindlichen Kumpirs (=Kartoffel-Schnell-Restaurant) uns die Wasserversorgung zugesagt. Den Schlauch haben wir besorgt und gießen müssen wir selber, doch sind wir dankbar, keine Gießkannen über mehrere Stockwerke schleppen zu müssen.

Es war eine Menge Arbeit, hat aber auch viel Spaß gemacht, einen dreckigen, staubigen Müllplatz in eine kleine grüne Stadtinsel zu verwandeln. Es war toll mit den Kindern und den Nachbarn dieses Projekt zu realisieren. Lob und Anerkennung erhalten wir tatsächlich öfters von Passanten. Weiterhin entfernen wir regelmäßig Hundehaufen, Zigaretten, leere Flaschen und Müll aus den Beeten. Leider wurden auch schon ein paar Blumen und Pflanzen geklaut. Dennoch freue ich mich auf den Frühling. Ich bin gespannt wie es aussieht, wenn die Pflanzen zu blühen beginnen und wie sich der ganze Garten in Zukunft entwickelt.

Reisebeschränkungen? Egal! Das Jahr der vielen kleinen Urlaube

Wir konnten Ende 2019 nicht ahnen, was uns 2020 bevorstand. Mein Jahresurlaub war bereits Anfang des Jahres verplant und so nutzte ich gleich im Januar einmal alleine die Zeit zum traditionellen Schneeausflug mit meinen Freundinnen. Es gab zwar in den Nachrichten schon ein paar Meldungen über eine neuartige Krankheit, aber weder auf der Piste, noch beim Après-Ski war etwas anders als in den Vorjahren. Ohne es damals zu wissen war dies mein letzter ungezwungener Urlaub „wie früher“.

Nach meiner Rückkehr im Februar nahmen die Meldungen über dieses Virus zu und schon bald war normales Reisen nicht mehr möglich. Daher verwendeten wir die anderen beantragten Urlaubstage für viele kleine und einen größeren Urlaub. Alle ganz anders als ursprünglich geplant, aber sehr schön.

In der ersten Märzwoche waren wir in der Nähe von St. Peter Ording in einem Ferienhaus von Freunden. Bereits in der Woche danach mehrten sich die Andeutungen über einen Lockdown, der uns dann tatsächlich ab dem 16. März mit Schul- und Kitaschließung, sowie Homeoffice traf. Da wir schon länger mal mit einem „Busle“ Urlaub machen wollten, verbrachten wir Pfingsten mit einem gemieteten VW-Camper-Bus auf Fehmarn. Hotel wäre nicht gegangen, Camping war erlaubt.

Unseren großen, 17 tägigen Sommerurlaub verbrachten wir bei meiner Schwester mit Familie in Süddeutschland, was total schön und intensiv war. Wir hatten super Sommerwetter, machten tolle Ausflüge und erholten uns. Es soll Familien geben, die sich im Urlaub streiten oder bei denen es nicht funktioniert, wenn so viele Leute auf engem Raum zusammen wohnen. Wir sind weiter zusammen gewachsen, haben uns gut unterhalten, viel gelacht und einen gemeinsamen Sommerurlaub für 2022 ins Auge gefasst. Da überschneiden sich nämlich die Hamburger Sommerferien mit den Baden-Württemberger Ferien endlich mal um 2 Wochen. Zudem planten wir spontan den Besuch meiner Schwester mit ihren Jungs in Hamburg in deren Herbstferien.

Kurz vor dem Schulstart fuhren wir nochmal mit einem anderen geliehenen Camper-Bus nach Dänemark und Flensburg. Wir lieben die Dünenlandschaft, das Meer und das damit verbundene Gefühl, der Natur nah zu sein und sich mal durchpusten zu lassen.

Ende Oktober, Herbstferien in Ba-Wü: meine Schwester reiste mit ihren Jungs an und bezog unser Kinder-/Gästezimmer. Obwohl wir stark den Unterschied zwischen Haus mit Garten, 2 Bädern und 3 Toiletten (im Sommer bei meiner Schwester) und Wohnung mit einer Toilette und einem Bad (bei uns in Hamburg) bemerkten, hatten wir wieder eine wundervolle gemeinsame Zeit und waren sehr traurig, als die drei nach einer Woche wieder in den Zug stiegen. Übrigens zwei Tage bevor Schwimmbäder, Restaurants, Parks und Veranstaltungsräume erneut schließen mussten.

Zwischendurch verbrachten wir immer mal wieder ein paar Tage bei Schwager und Schwägerin auf dem Land und machten Ausflüge in den Wald. Über die Weihnachtsfeiertage waren wir nochmal bei meiner Familie im Schwabenland, wo wir dieses Jahr Glück hatten: nach Weihnachten schneite es und wir konnten Schlitten fahren und einen Schneemann bauen. Das Jahr 2020 ließen wir dann wieder auf dem Land bei meinem Schwager ausklingen.

Kleinigkeiten für die Umwelt: FFF, Solawi und der Apfelhof

Von unserem Kiezgarten habe ich schon berichtet. Vorbild sein und aktiv etwas tun ist vielfältig. So war ich mit meiner Familie im Februar auf der gut besuchten Fridays For Future (FFF) Demonstration, um die Politiker darauf aufmerksam zu machen, dass sie jetzt und schnell handeln müssen, um die Erde zu retten. Wir sahen Greta Thunberg auf der Bühne und trafen uns mit Boris Herrmann, der aktuell bei der Vendée Globe mitsegelt.

Leider habe ich den Eindruck, dass im Zuge von Corona viele das Klima und den Müll vergessen. Es hat nicht mehr oberste Prioriät, in den Medien wird fast nur noch von Neuinfektionen, Lockdown, Impfungen und Einschränkungen berichtet. Auf den Straßen ist daher natürlich auch viel weniger los, aber das bedeutet nicht, dass weniger Müll produziert wird (Stichwort: Einwegmasken).

Seit 2017 bin ich Mitglied einer Solawi (=Solidarische Landwirtschaft), die aus einer Hamburger Gruppe entstanden ist und ein Grundstück in Spanien mit Orangen-, Mandarinen-, Zitronen-, Avocado- und Olivenbäumen landwirtschaftlich bewirtschaften. Die Früchte und das Olivenöl, das vor Ort gepresst und abgefüllt wird, sind der Oberhammer! Bio, bezahlbar und einfach super lecker. Wir teilen einen Anteil mit zwei befreundeten Paaren, um die Mengen der drei Lieferungen zwischen Januar und März auch verbrauchen zu können.

Eines dieser Paare hat eine Freundin, die von ihren Eltern einen Apfelhof in Schleswig Holstein geerbt hat und das Bio-Obst (ca. 20 verschiedenen Apfelsorten und ein paar Birnen) günstig an Freunde und Freundesfreunde abgibt, da sie keine Zeit zum Bewirtschaften und Vermarkten des Obstes hat. In der Erntezeit heißt es also: Termin mit ihr ausmachen, vor Ort treffen und selber ernten. Anfang Oktober sammelten meine Freundin und ihre Familie mich und die Kinder ein und wir fuhren für einen Tagesausflug hin. Vor Ort trafen wir noch zwei andere Familien. Die Kinder spielten zwischen den Bäumen, halfen ein bißchen bei der Ernte, wir picknickten (jeder hatte etwas mitgebracht) und mit vollen Taschen und Rücksäcken fuhren wir spätnachmittags wieder zurück. Obwohl ich anfangs ein paar Äpfel und Birnen verschenkt hatte, hielt unser Vorrat von ca. 30 kg (in einer Holzkiste auf dem Balkon gelagert) 8-9 Wochen.

Was war dieses Jahr sonst noch so los?

Unsere große Tochter hat ihr erstes Schulzeugnis bekommen und geht weiterhin gerne zur Schule. Lieblingsfächer: Sport und Pause. Na gut, Mathe und Deutsch mag sie auch. 🙂 Die Kleine geht seit dem ersten Lockdown lieber in den Kindergarten als davor. Vielleicht weil wir zu Hause nicht so viel basteln? Könnte aber auch an ihren Freundinnen dort und ein paar tollen Erziehern liegen. Beide Kinder haben bei dem Musikvideo „Denkmal“ von Benoby mitgemacht und danach ziemlich lange den Refrain gesungen.

Erwähnenswert ist definitiv noch die Händständ-Challenge, die mich bei meinem Vorsatz unterstützte, wieder mehr Sport zu machen. Das Ziel: den freien Handstand 3 Sekunden lang halten zu können. Kursdauer: 4 Wochen. Da ich bereits regelmäßig joggte hatte ich eine gute Basis – dachte ich… Als der Kurs am 27. Juli begann konnte ich nicht mal mehr einen Handstand an die Wand – was ich als Kind locker schaffte. Meine Yogamatte und das Theraband lagen nun allzeit bereit und wurden auch in den Urlaub mitgenommen. Purzelbaum und Muskelkater hielten Einzug im Hause Holscher. Mein erster kurzer frei stehender Handstand klappte schließlich am 14. November 2020 (nach 16 Wochen)- während eines Nach-dem-Spagat-noch-Handstand-Trainings mit Judith Sympatexter Peters. Häh, Spagat? Geht es nicht um Handstand? Ja und nein. Ich war ins letzte Trimester der Sympatexter Academy eingestiegen, um endlich ins Bloggen reinzufinden und Judith bot darin zusätzlich eine Spagat-Challenge an. Ich nutzte die gemeinsamen online-Trainings als willkommene Termine zum Sporteln. Ich habe gemerkt, dass mir regelmäßige Bewegung und Dehnen gut tun, weil ich dann ausgeglichener bin und weniger körperliche Beschwerden habe.

Meine Erkenntnis daraus war: ich schaffe durchaus auch von mir selbst unerwartete Dinge, wenn ich mir die Zeit dafür nehme und sie in meinem eigenen Tempo mache. Oder auch: dranbleiben lohnt sich, selbst wenn es manchmal etwas länger dauert. Das Ziel, einen freien Handstand für 3 Sekunden zu halten, schaffe ich immer noch nicht. Aber ich übe weiter, langsam und stetig. Den Spagat habe ich für mich ad acta gelegt. Meinen Vorsatz, mehr Sport zu machen, habe ich ziemlich gut umgesetzt.

Ein Workshop, der dieses Jahr nicht online, sondern glücklicherweise im Familenleben – Bindungshafen Horn stattfinden konnte, war der erste gemeinsame Kurs von Melanie Mittag und mir. Melanie ist Stoffwindelberaterin und stellt Produkte her für einen nachhaltigen Lifestyle. Da sich Windelfrei und Stoffwindeln super ergänzen und wir uns gut verstehen, tüftelten wir seit einiger Zeit an einem Kombi-Kurs. So entstand schließlich unser gemeinsamer Workshop „Stoff.Windel.Frei“, den wir am 1.11.2020 hielten. Am letzten Tag bevor wieder alles dicht machen musste. Der Kurs kam super an und wir planen ihn zu wiederholen.

Im Laufe des Jahres entwickelte ich ein verstärktes Interesse für Kleider. Meist trage ich Jeans und T-Shirt, weil es bequem und praktisch ist. Eine meiner Freundinnen trägt fast immer Kleider und sie war meine Inspiration, mich wieder etwas weiblicher anzuziehen. Als eine Bekannte einen Second-Hand-Shop in der Nähe übernahm probierte ich bei der Eröffnung mehrere Sachen an und fand schöne und gleichzeitig bequeme Kleider MIT Taschen! Taadaa! Das war die einfache Lösung für mich! Ich habe gerne die Hände frei, aber Handy, Taschentuch und Schlüssel möglichst in der Nähe. Bestenfalls ohne dauernd eine Handtasche oder Rucksack mitzuschleppen. Dabei versuchte ich mich gleich an meiner neuen Regel: wenn etwas Neues in den Schrank kommt, dann geht etwas Altes raus. Klappt noch nicht zu 100%, aber ich werde besser 🙂

Mein Ausblick: was steht 2021 für mich an

  • ab Januar 2021 gibt es hier im Blog richtig viel zu lesen. Ich bin nämlich Teil von The Content Society.
  • meine anderen Online-Kurse machen, die ich gekauft habe, z.B. iPhone Photography School
  • Wohnsituation verändern: entweder Wohnung optimieren oder umziehen
  • meine zwei Webseiten zu einer Webseite zusammenführen
  • weitere Windelfrei-Kurse, -Beratungen und -Treffen – vor Ort und online
  • zum ersten Mal habe ich ein Motto für mich festgelegt: Next Level!