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Heute will ich mal voll auf die Kacke hauen zum Thema Windelfrei. Meine Hinweise führen garantiert zu Frust, wenn nicht gar zur Aufgabe von Windelfrei. Dies ist meine kleine Anleitung, die dich nach dem ersten Abhalten schnell wieder zum Aufhören bringt und zu Aussagen verleiten könnte wie „Ich hab’s voll verkackt!“ oder „Was für ein Scheiß!“.

Hier kommen also meine 7 besten Tipps, damit möglichst viel in die Hose geht:

Tipp Nr. 1: Strebe mindestens 200% an

Versuche jedes, also wirklich jedes Pippi und Kacka abzuhalten! Beobachte dafür dein Baby ständig und mit starrem Blick. Damit bist du den ganzen Tag beschäftigt und kommst zu nichts anderem mehr. Duschen? Fehlanzeige, das Kind muss ja vielleicht gleich mal und dann solltest du parat stehen. Essen? Pillepalle, du wolltest doch eh abnehmen. Was im Haushalt machen? Wird total überbewertet!

Tipp Nr. 2: Nerve dein Kind und stresse dich selbst

Nerve dein Baby mit übermäßig häufigem Abhalten. Achte weder auf Zeichen, noch auf Ausscheidezeiten deines Kindes, sondern nutze einfach jede Gelegenheit zum Abhalten. Je häufiger, desto besser. Bei mindestens 20 Mal an- und ausziehen am Tag bist nicht nur du gestresst, sondern auch dein Kind wird streiken. Dieser Tipp ergänzt optimal Tipp Nr. 1.

Tipp Nr. 3: Warten bis das Baby was gemacht hat

Du willst eigentlich gar kein Windelfrei machen? Und du liebst Windeln wechseln? Dann halte dein Baby immer nur dann ab, wenn es gerade eine volle Ladung gemacht hat. Die Wahrscheinlichkeit, dass noch was kommt ist dann am kleinsten. So hast du fast nie Erfolg und hörst bald wieder auf. Also mit Windelfrei, nicht mit Windeln wechseln (das kannst du noch ganz lange machen).

Tipp Nr. 4: Gieskannenlob

Lobe es überschwänglich auch für jeden Pups. Das nimmt ihm bald die intrinsische Motivation und es will nicht mehr machen wenn du es abhältst. Im besten Fall kommst du dir dabei auch ziemlich blöd vor. Extra Challenge: so laut, nervig und im Singsang loben, dass deine Nachbarn deswegen ausziehen. „Ja, dudsi dudsi machst du das aber feeeeiiiiin! Tolles Baby, du bist das allerbeste! Und du kannst so tolles Kacki!“. Dabei immer schön auf die Bewertung des Kindes achten, also es direkt mit „du machst xy so toll/schön/super“ loben.

Tipp Nr. 5: Keine sauberen Windeln

Vermeide es, ausreichend Backups (Windeln) zu Hause zu haben. Wenn du keine saubere Windel hast kommst du gar nicht erst in Verlegenheit die volle Windel zu wechseln. Nebeneffekt: wenn du dein Baby möglichst lange in der vollgemachten Windel lässt gewöhnt es sich daran und lernt, dass eine volle Windel total okay ist. Bonus: Das kann dir später dann auch das Töpfchentraining erschweren. Zudem fördert es Hautausschläge, Pilz- und Blaseninfektionen.

Tipp Nr. 6: Kind ignorieren

Ignoriere alle Signale deines Babys. Wenn es wirklich deutliche Zeichen sendet kannst du dich wegdrehen, das Radio lauter drehen oder eine Freundin anrufen. Das Baby lernt dadurch, dass von dir keine Hilfe zu erwarten ist und sein Selbstvertrauen sinkt. Auch wenn du weißt, dass es gemacht hat, sprich auf gar keinen Fall mit deinem Kind darüber. Sonst lernt es womöglich noch, seine Ausscheidungen mit Worten zu assoziieren oder ein Körpergefühl dafür zu entwickeln.

Tipp Nr. 7: Wahl der Kleidung

Wähle möglichst komplizierte Kleidung. Je umständlicher an- und auszuziehen, desto besser. Zum Beispiel Strampler, die nur oben zu öffnen sind. Und da drüber noch einen Pulli? Super Idee, das hält auf! Kleine Knöpfe, die sich verhaken und hängen bleiben? Her damit! Klemmende Reissverschlüsse sind ebenso geeignet. Auch viele Schichten und enge Klamotten halten beim Ausziehen des Kindes unglaublich auf und bremsen so von Anfang an deine Motivation. Außerdem ist die Chance, dass was in die Hose geht, viel größer, wenn du beim Ausziehen zu viel Zeit verdattelst.

Kombinationsmöglichkeiten

Für maximalen Stress kombiniere gerne die Tipps Nr. 1, 2, 4, 5 und 7.

Wenn du zum Frust zusätzlich möchtest, dass möglichst viel in die Hose bzw. Windel geht, dann sind Tipp Nr. 3, 5, 6 und Nr. 7 die richtigen für dich.

Falls du alle Tipps ausprobieren möchtest, so wechsle die Varianten tageweise ab oder nimm dir für jeden Wochentag einen anderen Tipp. Das verwirrt zusätzlich dich und dein Baby.

Alle Versionen führen dazu, dass Windelfrei garantiert keinen Spaß und geringe Erfolgsaussichten bringen wird.

Bonustipp

Der wichtigste Tipp zum Schluss: beachte unbedingt die Ironie in diesem Blogartikel.

Wenn du dich wirklich für Windelfrei interessierst und wissen willst, wie du es richtig machen kannst, dann komm gerne in einen meiner Kurse oder buche eine Einzelberatung. Lese gerne auch meinen richtigen (=ernstgemeinten) Blogartikel „Meine 3 besten Tipps für Windelfrei-Anfänger“.